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Der Eisenbahnbau 1905 und 1906

Lokomotive-Schild (noch steht dieses Zeichen bei uns in der Straße)

Der nachstehende Text ist der Lübberstedter Schul-Chronik entnommen.

Das erste Bahnhofsgebäude in Lübberstedt

Fotos vom Bahnhof und Gleis

Bahnsteig mit Triebwagen und Güterschuppen

Unsere Gegend ist eine von der Natur reich gesegnete. Neben vielen landschaftlichen Schönheiten, wie sie sich in der Pracht unserer herrlichen Buchen- und Tannenwaldungen, den reizenden Abwechslungen von Berg und Tal, den idyllischen an silberklaren Bächen gelegenen Wiesen, dem Auge darbieten, ist auch der Boden ein ziemlich fruchtbarer und bringt reiche Erträge an Getreide, Kartoffeln, Rüben etc. hervor. Nur war es bislang immer zu bedauern, daß unsere heimischen Produkte wegen der Abgelegenheit unserer Ortschaft sehr schwer zu verwerten waren und andererseits jegliche Importartikel als Kalk, künstliche Dünge- und Futtermittel, Kohlen etc. sehr durch den Transport verteuert wurden.

Da wurde es denn mit Freude begrüßt, daß in den 90er Jahren (des vorigen Jahrhunderts) ein Projekt auftauchte zum Bau einer Kleinbahn in unserem Kreise. Leider gelangte dasselbe damals nicht zur Ausführung wegen der Uneinigkeit der einzelnen Ortschaften, die am liebsten sämtlich von der Bahn berührt sein wollten. So verzögerte sich die gute Sache bis zum Jahre 1904, in welchem endlich beschlossen wurde, das Projekt einer normalspurigen Kleinbahn Winsen - Evendorf zur Ausführung zu bringen.

Für die allgemeine Richtung der Kleinbahn war die Rücksicht maßgebend, daß sie möglichst viele Ortschaften berühren und ferner die Verlängerung über die beiden Endpunkte hinaus ermöglichen sollte.

Die Vorarbeiten wurden von der Firma Lenz angefertigt. Die weitere Bearbeitung des Entwurfes erfolgte durch das Kleinbahnbureau des Landesdirektoriums in Hannover.

Die Baukosten ohne Grunderwerb waren veranschlagt zu 1.200.000 M. oder 38700 M pro km. Von dieser Bausumme haben der Staat, die Provinz und der Kreis je 1/3tel = 400.000 M übernommen. Die beiden ersten erhalten eine Vorzugsdividende bis zu 2 ½ %, ferner muß der zum Bahnbau erforderliche Grund und Boden von den einzelnen Gemeinden dem Unternehmen kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Nachdem das Planfeststellungsverfahren in kurzer Zeit erledigt und auch die Bauerlaubnis von den meisten Grundbesitzern sofort und von nur sehr wenigen nach weiteren Verhandlungen erteilt war, wurde mit dem Bau begonnen am 13. März 1905.  Die Oberleitung hatte Herr Landesbaurat Sprengell, Hannover. Die örtliche Bauleitung war dem Ingenieur Herrn Warnecke übertragen. Der kleinste Krümmungshalbmesser auf freier Strecke wurde zu 300 m festgesetzt, und als stärkste Steigung musste mit Rücksicht auf den welligen Charakters des Bahngeländes 1 : 60 gewählt werden.

Das Schienengewicht beträgt rund 25 kg pro lfd. m., der Oberbau ist so stark konstruiert worden, daß die Wagen der Staatsbahn ohne Weiteres auf die Kleinbahn übergehen können.

Da der Winter 1905/06 ein gelinder war und infolgedessen die Arbeiten nicht vollständig eingestellt zu werden brauchten, so wurden die Arbeiten programmmäßig gefördert, so daß nach der verhältnismäßig kurzen Bauzeit von 16 Monaten im Monat Juli 1906 die Bahn dem Betrieb übergeben werden konnte.

Die 31 km lange Bahn erhielt folgende Anhaltepunkte: Winsen, Luhdorf, Pattensen, Wulfsen, Toppenstedt, Garlstorf, Gödenstorf, -Oelstorf, Salzhausen-Eyendorf, Lübberstedt und Egestorf-Evendorf.

Anmerkung:

Die Verhandlungen gestalteten sich namentlich in unserer Gemeinde sehr schwierig und erschien eine gütige Auseinandersetzung lange Zeit in Frage gestellt. Da wegen der Berge, die Lübberstedt im Norden und Süden umgeben, die Bahn nicht anders als mitten durch das Dorf zu führen war, gingen wertvolle Ländereien verloren oder wurden zerschnitten.

Der Bahnhof war anfänglich vom Osterfeld-Wege an Stelle der sogenannten "Schafwasch" geplant, wurde aber später durch das Betreiben einiger einsichtiger Gemeindemitglieder mitten in die Ortschaft verlegt in G. Bruns Wiese, die dadurch ihrem Besitzer allerdings verloren ging. Für die Hierherlegung des Bahnhofes zahlte die Gemeinde zu den Kosten der größeren Bodenbewegung eine Beihilfe von 3000 M an die Bauverwaltung


100-Jahr-Feier der OHE im Jahre 2006

Die Samtgemeinde Salzhausen hat im Juni 2006 den 100. Geburtstag der Kleinbahn Winsen - Hützel gefeiert.

An diesem Tag verkehren etliche historische Züge zwischen den an der Bahnstrecke liegenden Gemeinden. So konnte man mit dem Triebwagen zwischen den einzelnen Stationen pendeln, wie auch mit dem besonders urigen “Ameisen-Bär”. Die Attraktion war jedoch diese Dampflok, die sowohl fahrend, als auch aus der Nähe auf dem Bahnhof in Salzhausen zu bestaunen war.

Dampflok bei der Jubiläumsfeier
Dampflok bei der Jubiläumsfeier