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Wasserleitung 1906 / 1926

Lübberstedt ist von Bergen umgeben. Im Westen die heidebedeckten Stuppen des Steinberges, hinter dem die Sonne an jedem Abend verschwindet, im Nordosten der bis 119 m hohe Hainholzberg, und dazwischen ein liebliches Wiesental, in dem auf der Grenze der Feldmarken Lübberstedt und Egestorf, in den Wellbergen, einer der vielen Läufe des Nordbaches entspringt.

Hier haben wir im Jahre 1906 zuerst mehrere kleinere und dann ein größeres mit Zement ausgemauertes Sammelbecken angelegt, in dem auf kiesigem Grunde das Wasser sich klärte. Eine Rohrleitung, vom Klempnermeister Vincke – Salzhausen geliefert, führte das Wasser dem 800 m entfernten Dorfe zu und in die einzelnen Häuser. Lübberstedt hatte für 4000 M eine Wasserleitung, die infolge des Höhenunterschiedes von 16 m überall mit dem nötigen Druck arbeitete.

Die engen, etwas primitiven Leitungsrohre waren im Laufe der 20 Jahre verrostet und undicht geworden. Die neue Anlage, deren Kosten sich auf ca. 14000 M belaufen, wurde von dem Bauunternehmer Lindemann – Thieshope ausgeführt. In weitere 100 m Mannesmannröhren läuft das Wasser ins Tal. Mit Ausnahme von vier Häusern ist jetzt das ganze Dorf angeschlossen.

Durch Anlage von 5 Hydranten und 2 großen Zementbassins, die von der Leitung gespeist werden, ist außerdem für Feuerschutz gesorgt.

Zwar wurde die Anlage in der jetzigen geldknappen Zeit etwas kostspielig, und Herr W. Kaune, der eigentliche Wassermann unserer Gemeinde, hat seine liebe Not gehabt, die Baugelder immer rechtzeitig flüssig zu machen. Aber die Geldopfer werden heute gern getragen, da man die Annehmlichkeiten einer Wasserleitung wohl zu schätzen weiß. Diese und die elektrische Licht- und Kraftversorgung gehören zu den angenehmsten Kulturfortschritten unserer Zeit.

 


(Bei den obigen Daten handelt es sich um einen Auszug aus der Schul-Chronik)