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Über die Persönlichkeiten der Lehrer der Lübberstedter Schule

(Artikel und Schreibweise komplett aus der Schulchronik Lehrer Krüger aus dem Original übernommen)


Bemerkung: Als Quelle zu diesem Lehrerverzeichnis haben einzelne abgerissene Angaben und Daten gedient, wie sie sich in den alten Kirchenbüchern vorfanden, womit die Unvollkommenheit nebenstehender Arbeit entschuldigt sein mag.

Die Lehrer der Lübberstedter Schule betreffend, so können wir hier ziemlich weit zurückgreifen bis in das Jahr 1663.

Am 29. Januar ds. Js. Verstarb der älteste bekannte Lehrer unseres Ortes, genannt Paul Osterling.
Diesem scheint in seinem Amte ein Hans Martens gefolgt zu sein, laut einer Date aus dem Jahre 1706, wo es heißt: „Den 4. Janner 1706 verstarb Hans Martens, ein alter Schulmeister aus Lübberstedt, 60 Jahre alt.“

Über den darauf folgenden Schulmeister Hans Krüger weiß die Chronik etwas mehr zu berichten. Dieser, welcher dem Hans Martens quasi Adjunkt beigegeben zu sein scheint, verheiratet sich 1701 mit „des alten Schulmeisters Tochter“, womit jedenfalls eine Tochter obigen Lehrers gemeint sein soll. Im Jahre 1704 wird ihm ein Kind getauft, ebenfalls 1711. Wann betreffender Lehrer gestorben ist, davon berichtet die Chronik nichts.

Es folgt dann eine Angabe, welche das Ableben eines Schulmeisters Kröger zu Lübberstedt, gestorben am 21. Febr. 1721 anzeigt. Dieser wird der Nachfolger des Hans Krüge gewesen sein.

Auf Kröger folgte dann ein Johann Peter Meyer.

Diesem folgte wieder ein Hans Peter Främbs, dessen alte Mutter, Witwe Frähms 1754 verstarb.

Im Jahre 1760 stirbt selbigen Lehrer ein Söhnlein. Er selbst stirbt am 29. April 1772 in einem Alter von 59 Jahren.

Sein Sohn Christ. Främbs scheint sein Nachfolger gewesen zu sein. Dieser starb am 11. Jan. 1794, 50 Jahre alt.

Dieser Nachfolger war der Vater des noch jetzt lebenden alten Kretschmann a. d. Johann Andreas Kretschmann, gebürtig aus Bispingen. Derselbe war geboren ungefähr ums Jahr 1770. Er hat die Schulstelle ziemlich lange verwaltet von 1794 – 1840, seinem Lebensende. Er war, wie die meisten seiner früheren Amtsgenossen, einfacher Knecht gewesen, hatte dann später das Schneiderhandwerk erlernt, und war dann schließlich, da er einigermaßen hatte lesen und schreiben können, zum wirklichen Schulmeister von Lübberstedt avanciert.

Sein Sohn, begünstigt vom damaligen Superintendenten, sollte wieder in des Vaters Fußstapfen treten. Derselbe wurde zu seiner Ausbildung ¼ Jahr nach dem Schullehrerseminar zu Hannover geschickt, trat dann seinem Vater im Jahre 1827 als Adjunkt bei und wurde bis dessen Tode (1840) sein wirklicher Nachfolger.

Jedoch seine Amtstätigkeit zum Segen der Lübberstedter Schule war nur eine kurze. Am 1. Jan. 1851 wurde er so quase emeritiert. Die Zahl seiner Nachfolger, welche sämtlich als Adjunkten angestellt, wurde im Laufe der Zeit eine große. Die Lehrer wechselten infolge der geringen Dotation fast jährlich. Die Folge war, daß häufig die Schule ganz ausfiel, und wenn vikariert wurde, so kam dabei auch nicht viel zum Segen der Schule heraus.

Die Adjunkten, welche nun seit 1851 als Lehrer in Lübberstedt funktionierten, sind folgende:

  1. Peter Nicolaus Buchholz aus Ashausen
    vom 1. Jan. 1851 – Ostern 1854. Er kam in späteren Jahren nach Gödenstorf, wo er die Schulstelle noch jetzt verwaltet.
  2. Joh. Heinr. Ludw. Bergemann aus Lüchow, vom 16. April 1856 – Mich. 1857
  3. Georg Ludwig Wilh. Gades, von Mich. 1857 – Okt. 1860
  4. Knigge, von 1860 – 1861
  5. Heinrich Nicolaus Peper, von 1861 – 1866
  6. Heinr. Chr. Herm. Meyer aus Evendorf, von Neujahr 1867 – Mich. 1868. Er ging von hier nach Soderstorf, wo er die Schule noch heute verwaltet.
  7. Joh. Pet. Staacke aus Eyendorf, von Mich. 1868 – Juli 1869. Ist jetzt Lehrer in Hannover.
  8. Heinr. Chr. Herm. Müller, von Aug. 1869 – 21. Nov. 1870
  9. Hauenschild, ein Präparand, bis 1874, von Mich. 1874 – dato 1875 vikariert Lehrer Preuß Garlstorf und Reinecke Putensen.
  10. Joh. Heinr. Ernst Schrader aus Niendorf, von Mich. 1875 – 17. Febr. 1878. Jetzt Lehrer in Garstedt.
  11. v. d. Ohe, Präparand, von Okt. 1878 – dahin 1879
  12. Von Ostern 1879 – Mich. 1880 vikariert Buchholz Gödenstorf und Wiethöft Garlstorf.
  13. Westermann, von Mich. 1880 – Ostern 1882
  14. v. d. Ohe (nach seiner Seminarzeit), von 1882 – 2. Aug. 1884. Jetzt Lehrer in Lüneburg.
  15. Heinr. Unverhau, von 10. Aug. 1884 – Ostern 1886.

Mit dem 1. Oktober 1886 wurde der Lehrer Kretschmann pensioniert, und hörte somit das Adjunktentum auf.

Lehrer Ernst Ludwig Krüger, angestellt am 9. Mai 1886, gelangte vom 1. Okt. d. J. ab in den Besitz des Schulhauses sowie sämtlicher Schulländereien, welche bis dato im Besitz der emer. Kretschmann gewesen waren.

Anmerkung:
Als ich Obiges schrieb, war ich ein blondlockiger Jüngling, und nun nach 44 ½ Jahren bin ich alt und grau.
Mit dem 1. Oktober 1930 trat ich in den Ruhestand, auch meine Frau Meta geb. Gellersen, die 40 Jahre mit treuem Fleiß den Handarbeitsunterricht an der hiesigen Schule erteilt hatte. Unter ihren regsamen und kunstverständigen Händen hatte sich der Garten am Schulhause zu einem kleinen Paradiese entwickelt. Hege und Pflege auch Du ihn, lieber Nachfolger, Nachfolgerin.
Die beiden Linden hinter den Fenstern der Schulstube hat meine Frau gepflanzt.
Die Eiche auf dem Schulhofe hat sich aus einer Eiche entwickelt, die sie im Jahre 1910, als die Schule gebaut wurde, in die Erde legte.

Lübberstedt, den 8. 10. 1930. gez. E. Krüger.

Abschrift eines Zeitungsberichtes:

Lübberstedt, 1. Oktober 1930. (Lehrer Krügers letzter Schultag)
Zu einer recht eindrucksvollen Feier gestaltete sich der Abschied unseres Lehrers, Herrn Krüger, an seinem letzten Schultage. Mit dem Gesange „Lobe den Herren“ begann die Feier. Dann trugen die Kinder Rudolf Lübberstedt und Elfriede Behne zwei hübsche Gedichte vor und überreichten Herrn und Frau Krüger einen Blumenstrauß. Es folgte ein Musikstück von Händel, worauf die Schülerinnen Annemarie Kaune und Else Brakebusch unter Überreichung prachtvoller Rosen und Astern ihrem alten lieben Lehrer den Abschiedsgruß darbrachten. Herr Schulrat Keese überbrachte den Dank des Staates für die langjährigen treuen Dienste und überreichte eine Ehrenurkunde. Herr Kaune sprach dem Scheidenden herzliche Worte des Dankes für seine segensreiche Arbeit an der Jugend des Dorfes aus und bat, ein Bild mit der Gesamtansicht von Lübberstedt, gestiftet von alten ehemaligen Schülern und Freunden, anzunehmen. Dann trug der Schüler Hermann Lübberstedt ein Gedicht vor und übergab ein Bild, das Herrn und Frau Krüger im Kreise der jetzigen Schüler zeigt. Ein Musikstück von Schumann folgte und mit dem Gesang „Bis hierher hat mich Gott gebracht“ schloß die erhebende Feier. Waren schon bei den Deklamationen Tränen vergossen, so war nunmehr das Schluchzen und Weinen unter den Kindern fast allgemein, als diese ihrem alten verehrten Lehrer die Hand zum Abschied drückten. Herr Schulrat Keese und Herr Förster Wollenzien haben durch ihre schöne Musik, Klavier und Geige, zu einem vollen Gelingen der Feier besonders beigetragen. Mit dem letzten Schultage ist ein wichtiger Lebensabschnitt des Herrn Krüger beendet.
Die Zeit der Arbeit ist zu Ende, die Zeit des Ausruhens hat begonnen. Vor 44 Jahren ist Herr Krüger als junger Lehrer nach Lübberstedt gekommen. Vom ersten Tage an gefiel es ihm hier, denn die herrliche Gegend und das schöne Dorf am Waldrande sagten ihm besonders zu. Durch seine Heirat mit einer Tochter des Dorfes trat er mit mehreren angesehenen Familien des Landes in verwandtschaftliche Beziehungen und wurde hierdurch um so inniger mit der Gegend verbunden. Das halbe Dorf ist bei Herr Krüger zur Schule gegangen, in mehreren Familien sind Eltern und Kinder seine Schüler gewesen, in einer Familie war es nahe daran, daß die dritte Generation bei ihm zur Schule ging. Herr Krüger hat allen seinen Schülern eine gute Schulbildung auf den Lebensweg mitgegeben, er hat immer seine ganze Kraft auch außerhalb der Schule für das Wohl des Dorfes eingesetzt, er war immer ein Vorbild, nicht als Lehrer allein, sondern auch als Landwirt, als Bewirtschafter seines Schullandes. Hierin war er geradezu das Muster eines Landlehrers, denn mit Hilfe seiner tüchtigen Frau verstand er es, aus seinem Acker den Bedarf für den Haushalt und mehr herauszuholen. Lübberstedt ist ihm eine zweite Heimat geworden und es fällt ihm daher schwer, sich von seinem alten, leib gewordenen Wirkungskreis zu trennen. War es doch seine erste und letzte Lehrerstelle. Herr Krüger verläßt in den nächsten Wochen Lübberstedt und nimmt seinen Wohnsitz bei seinem Sohn in Lüneburg. Wir wünschen Herrn Krüger und seiner Gattin einen langen und gesegneten Lebensabend.“

Am 16.10.1930 trat ich das Erbe des alten Herrn Krüger an und verwaltete die Stelle bis zur Endgültigkeit der Besetzung durch Herrn Meyer, Eyendorf am 1.1.1931. Die kurze Zeit meiner Tätigkeit in Lübberstedt ist mir zu einer schönen Zeit geworden und ich wünsche der Schule, daß sie unter der Leitung meines Nachfolgers sich weiter segensreich entwickeln möge.
Gez. Karl Kaune. Lübberstedt, den 15.12.1930

Am 1. Jan. 1931 hat ich die Verwaltung der hiesigen einklassigen Schule übernommen. Geboren in Garlstorf als Sohn des Lehrers Meyer daselbst, von Ostern 1909 bis 1912 Schüler des Lüneburger Seminars, war ich von Ostern 1912 ab an folgenden Schulen tätig; und zwar vor dem Weltkrieg in Wulfsen und Sahrendorf, nach demselbigen in Hanstedt, Winsen und Eyendorf. Den Krieg selbst machte ich als Kriegsfreiwilliger im Telegr.-Battl. Nr. 6, Munsterlager, später Verden, mit und lernte als solcher die Kriegsschauplätze im Osten und in der Türkei kennen. Im Orient, unter der Führung von Simon v. Sanders, hatte ich Gelegenheit, eine Reihe biblischer Stätten wie Nazareth, Kana, den Sen Tiberias, Damaskus usw. kennen zu lernen.

Meine Frau Alma geb. Hoyer, eine Hofbesitzerstochter aus Edendorf Krs. Uelzen, erteilt seit Ostern 1931 den Nadelunterricht, den vorher nach Frau Krügers Abgang Frau Lehrer Reinecke aus Egestorf gegeben hatte.

Einrichtung der 2. Lehrerstelle.
Am 1.6.1949 wurde die mit diesem Tage eingerichtete außerplanmäßige 2. Lehrerstelle mit dem Schulamtsbewerber Johann Dittmer aus Mechtersen besetzt, dessen Urgroßvater Heinr. Nic. Peper von 1861 – 1866 Lehrer an der hiesigen einklassigen Schule war.

Am 2.12.1954 bestand Herr Dittmer vor der Prüfungskommission, bestehend aus den Herren Regierungsrat Wittmann, Lüneburg, Schulrat Gericke und Lehrer i. R. Lindloff, Winsen (Luhe), die 2. Lehrerprüfung.
Mit Wirkung ab 1.12.1952 wurde Herr Dittmer zum Lehrer ernannt. Mit dem gleichen Tage wurde die a. p. Lehrerstelle planmäßig. Zum 1.4.1953 wurde Herr Dittmer nach Toppenstedt versetzt.
Mit Wirkung vom 14.4.1953 übernahm Schulamtsbewerber Uwe Stier aus Pattensen die 2. Lehrerstelle.
Wegen Absinkens der Schülerzahl auf 41 wurde mit dem 31. Juli 1954 die 2. Lehrerstelle aufgehoben.
Herr Stier wurde zum 1. August 1954 nach Heidenau versetzt.
Otto Meyer wurde am 30.3.1955 pensioniert. Die letzten 4 Monate vor der Pensionierung war Meyer krank und wurde von Manfred Schmidt, Eyendorf, vertreten.
Sein Nachfolger war Paul Graetz aus Garlstorf vom 1.4.1955 bis 30.9.1960. Der letzte Lehrer unserer Schule war Manfred Schmidt vom
1.10.1960 bis März 1968.

Auf Anordnung des Herrn Oberregierungsdirektors II C 7.18 (Schulabteilung) der Regierung in Lüneburg vom 2. Juli 1946 ist die hiesige Schule auf  Grund des Abstimmungsverhältnisses zur konfessionellen Schule erklärt worden und führt den Titel: „Evangelische Volksschule“.